Die Anforderungen an den Legionellenschutz in Gebäuden sind in Kapitel 3a der Verordnung über umweltbezogenen Gesundheitsschutz geregelt. Kurz gesagt sind Gebäudeeigentümer und -betreiber verpflichtet, die Nutzer des Gebäudes keinem unnötigen Infektionsrisiko auszusetzen, wozu auch eine Legionelleninfektion gehört. Legionellen werden ausschließlich über aerosolerzeugende Anlagen wie beispielsweise Duschen, Springbrunnen, Luftwäscher und Kühltürme übertragen. Daher ist es wichtig, dies sowohl bei der Planung als auch beim Bau und Betrieb von Gebäuden mit solchen Anlagen zu berücksichtigen. Die Gesundheitsbehörden der einzelnen Gemeinden sind für die Überwachung dieser Maßnahmen zuständig. Das Norwegische Institut für Volksgesundheit hat einen Leitfaden zum Thema Legionellen (Wasserbericht 123) als Hilfsmittel für Berater, Sanitärinstallateure, Gebäudebetreiber und andere erstellt, der aufzeigt, wie der Legionellenschutz in Gebäuden bestmöglich gewährleistet werden kann.
Es gibt drei Hauptkriterien, die unbedingt zu berücksichtigen sind:
Jährlich aktualisierte Risikobewertung, Maßnahmen auf der Grundlage der Ergebnisse der Risikobewertung sowie Wasserproben zur Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen.
Bei Enwa arbeiten wir im Einklang mit den Empfehlungen des Legionellen-Leitfadens an Maßnahmen zum Legionellenschutz, die auf diesen drei Kriterien basieren:
- Risikobewertung – Vor der Auswahl einer Legionellen-Schutzanlage bzw. -Methode ist eine Risikobewertung durchzuführen. Diese kann von uns in Zusammenarbeit mit dem Gebäudeeigentümer/Betreiber oder vom Betreiber selbst durchgeführt werden. Es ist von Vorteil, wenn auch der planende Berater darüber informiert ist, um beurteilen zu können, welche Maßnahmen für jedes einzelne Gebäude am besten geeignet sind.
- Maßnahmen – Die Installation einer Legionellen-Schutzanlage ist nur eine Maßnahme. Ebenso wichtig ist es, einen guten Durchfluss zu gewährleisten (Blinzelzonen beseitigen usw.), Kaltwasser kalt (unter 20 °C) und Warmwasser warm (über 60 °C) zu halten sowie die Bildung von Biofilmen in den Rohren zu vermeiden.
- Wasserproben – Um einen umfassenden Schutz vor Legionellen zu gewährleisten, muss nachgewiesen werden können, dass alles ordnungsgemäß funktioniert. Dies geschieht, indem vierteljährlich (gemäß Empfehlung des FHI) Wasserproben in sterilen 1-Liter-Plastikflaschen mit Thiosulfat entnommen und auf Legionellen-Kultur sowie Keimzahl analysiert werden (die Keimzahl gibt die Gesamtzahl der Bakterien an und liefert unserer Meinung nach nützliche Zusatzinformationen). Wenden Sie sich an ein kooperierendes Labor, um Informationen über die Probenahmegeräte, die Durchführung der Probenahme und die Aufbereitung der Wasserproben zu erhalten. Lesen Sie Kapitel 5 des Legionellen-Leitfadens zu Analysen und Probenahme. Enwa kann Ihnen dabei behilflich sein.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Installation eines Legionellen-Schutzsystems durch Sie als Betreiber nur einen Teil (eine Maßnahme) des gesamten Legionellen-Schutzes darstellt. Bei einer eventuellen Überprüfung durch die Gesundheitsbehörden müssen die drei oben genannten Punkte dokumentiert werden. Sind diese Maßnahmen umgesetzt, verfügen Sie über einen umfassenden Legionellenschutz.
Welche Maßnahmen soll ich wählen?
Auch hier arbeitet Enwa nach einem 1-2-3-Prinzip, bei dem wir die Maßnahmen zum Schutz vor Legionellen in drei Hauptkategorien unterteilen:
- Zugabe von Chemikalien zur Wasseraufbereitung – Biozide.
- Chemiefreie Desinfektion, mikrobiologische Barrieren an der Wasserentnahmestelle (ggf. an der Entnahmestelle)
- Thermische Behandlung («Heißwasserspülung») und Chlorung von Duschköpfen.
Einige wichtige Punkte, die bei der Auswahl von Maßnahmen/Lösungen zu beachten sind:
- Wasseraufbereitungschemikalien (Biozide)
- Chlordioxid, Silber/Kupfer und Wasserstoffperoxid dominieren in Norwegen
- Die Vor- und Nachteile sind im Legionellen-Leitfaden, Kapitel 6, aufgeführt, in dem die meisten Biozide aufgelistet sind.
- Muss vom Mattilsynet zugelassen sein (siehe Website des Mattilsynet)
- Die Zulassung gibt Aufschluss über die Toxizität bzw. die zulässigen Konzentrationen (nicht darüber, wie gut das Produkt wirkt). Bitten Sie den Lieferanten um Unterlagen zum Wirkungsgrad. Sprechen Sie mit Referenzkunden.
- Sollte bei Problemen mit Legionellenbefall eingesetzt werden
- Wird auch vorbeugend angewendet. Bitte prüfen Sie, ob dies als notwendig erachtet wird.
- Wirkt lokal stromabwärts in den Rohren
- Chemiefreie Desinfektion
- AOP (Advanced Oxidation Process) und anodische Oxidation (kann ebenfalls Hypochlorit erzeugen) dominieren den norwegischen Markt.
- Es fungiert als mikrobiologische Barriere an Wasserentnahmestellen und beseitigt Legionellen sowie andere krankheitserregende Mikroben wie beispielsweise E. coli, Giardia und Pseudomonas.
- Begrenzte Wirkung stromabwärts (Unterbricht die Nährstoffzufuhr zum Biofilm stromabwärts, wirkt jedoch stromabwärts nicht aktiv, wie dies bei der Zugabe von Chemikalien der Fall ist)
- Umweltfreundlich, ohne Zusatz von Chemikalien/Metallen
- Gut geeignet für Neubauten und Gebäude, in denen kein Legionellenproblem vorliegt
- Weitere, weniger gebräuchliche Methoden:
- UV- und Legionellenfilter (z. B. für Duschköpfe) sollten so nah wie möglich an der Entnahmestelle eingesetzt werden.
- Die Ultrafiltration ist eine wirksame Barriere gegen Legionellen, in Norwegen jedoch noch wenig verbreitet.
- Wärmebehandlung («Heißwasserspülung» – 70 Grad an allen Entnahmestellen für mindestens 5 Minuten)
- Sollte nur in kleineren Anlagen mit ausreichender Wasserversorgung bei Temperaturen über 70 Grad verwendet werden
- Es bestehen Zweifel hinsichtlich der Wirksamkeit und der Häufigkeit, mit der das Verfahren durchgeführt werden muss, um eine gute Wirkung zu erzielen. SINTEF hat vor einiger Zeit eine Studie veröffentlicht, die vor der alleinigen Anwendung thermischer Behandlungen warnt.
https://www.sintef.no/siste-nytt/advarer-mot-dagens-legionella-tiltak/ - Das kann sehr ressourcenintensiv sein
- Kann die kalte Seite behandelt werden? Bypass?
Es gibt gute Argumente für und gegen alle Lösungen. Eine Risikobewertung bildet eine solide Grundlage für die Wahl der richtigen Lösung. Anhand von Wasserproben, die über einen längeren Zeitraum hinweg entnommen werden, können Sie nachweisen, dass Ihre Maßnahmen wirken. Informieren Sie sich im Legionellen-Leitfaden und bei uns.
Bei der Wahl der geeigneten Legionellenschutzmaßnahme für ein Gebäude können viele Akteure und Meinungen eine Rolle spielen. Es ist wichtig, dass Berater, die Anlagen planen, Betreiber/Eigentümer von Gebäuden und Installateure über fundiertes Wissen verfügen und dass wir als Lieferantenbranche ausgewogen und informativ über unsere Produkte informieren. Was erhalten Sie als Kunde, und was nicht? Es liegt dann am Kunden zu entscheiden, welche Argumente für oder gegen die gewählte Lösung sprechen.
Sicheres Trinkwasser
Da Enwa Anlagen liefert, die das Wasser bei der Einspeisung in Gebäude desinfizieren, werden wir häufig zu anderen wassergebundenen pathogenen Mikroorganismen befragt. Wir erinnern uns an den E. coli-Ausbruch auf Askøy im letzten Jahr, den Giardia-Ausbruch in Bergen im Jahr 2004 und ähnliche Fälle, die von Zeit zu Zeit auftreten. Die meisten Wasserversorgungsunternehmen liefern sicheres Trinkwasser und verfügen über gute Kontrollverfahren. Das Problem kann in vielen Fällen das Leitungsnetz sein, das sich in einem schlechten Zustand befindet, alt und veraltet ist. Eine Verunreinigung des Trinkwassers kann unterwegs erfolgen. Enwa h2oTitanium AOP oxidiert Mikroben, die mit dem Leitungswasser gelangen. Das Oxidationspotenzial der im Reaktor erzeugten OH-Radikale beträgt 2,80 eV. Nur Fluor ist ein stärkeres Oxidationsmittel als OH-Radikale. Die Anlage ist somit in der Lage, die allermeisten Mikroben, die mit dem Leitungswasser gelangen, abzubauen und sicheres, legionellenfreies Trinkwasser zu gewährleisten.

Begriffsliste/Erläuterungen
Aerosol: Kleine Wassertropfen, die über einen längeren Zeitraum in der Luft schweben können. Diese können Legionellen enthalten.
Blindsoner: Teile des Wasserleitungssystems, in denen das Wasser über einen längeren Zeitraum stehen bleibt. Z. B. an ungenutzten Entnahmestellen.
Thiosulfat: Ein bakterienhemmender chemischer Wirkstoff, der verhindert, dass sich die in Wasserproben vorhandenen Mikroben nach der Probenahme weiter vermehren. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass bei der Analyse der Probe einige Zeit nach der Probenahme die korrekten Konzentrationen der Mikroben (Legionellen u. a.) vorliegen.
Anbau: Die Wasserprobe wird auf ein Nährmedium «ausgesät» und über einen bestimmten Zeitraum in einer standardisierten Umgebung inkubiert. Anschließend werden die verschiedenen Mikroorganismen, die sich dort vermehren, identifiziert und quantifiziert. Es werden ausschließlich lebende Organismen analysiert.
Mikrobiologische Barriere: Vorrichtung, die verschiedene Mikroben an der Stelle, an der die Barriere angebracht ist, desinfizieren, abtöten oder physisch aufhalten kann.
Toxizität: Wie schädlich eine Substanz für den Menschen ist, wenn sie in einer bestimmten Konzentration aufgenommen wird.
AOP (Advanced Oxidation Process): Ein Sammelbegriff für verschiedene chemische Prozesse, bei denen große Mengen an Radikalen (wie z. B. OH-Radikale) entstehen. Die Radikale haben eine stark oxidierende Wirkung und zersetzen jegliches organische Material, einschließlich Legionellen.
Anodische Oxidation: Ein Begriff, der verwendet wird, wenn die Bildung von Radikalen an einer Anode stattfindet (eine Anode ist eine Elektrode, die freie Elektronen aufnimmt). In einem solchen System wird ein Strom durch das Wasser geleitet, woraufhin an der Anode Radikale entstehen.
Ultrafiltration: Filter mit so kleinen Poren, dass sie Mikroben, darunter auch Legionellen, physikalisch zurückhalten.
Erreger: Krankheitserregend.
